Nackenfaltenmessung (NFM)

Nackenfaltenmessung – Messung der Nackentransparenz

Die Nackenfaltenmessung bzw. eigentlich die Messung der Nackentransparenz erfolgt meist zwischen der 10. und 14. Schwangerschaftswoche (idealerweise in der 11.SSW) , da in dieser Zeit die „Durchscheinbarkeit“ der Ultraschallwellen am Besten ist, sprich, es lässt sich hier einfach am besten darstellen da in dieser Zeit jedes! Kind eine mehr oder weniger „dickere“ Nackenfalte hat!

Der Grund ist, das sich in diesen Wochen die Lymphgefäße und die Funktion der Nieren entwickeln. Da die Flüssigkeit zu diesem Zeitpunkt noch nicht abfließen kann entsteht diese Stauung=Nackentransparenz! Im weiteren Verlauf bildet sich diese Transparenz wieder zurück, daher ist zu einem späteren Zeitpunkt (und auch davor) die Messung NICHT aussagekräftig!

Erhöhtes Risiko für Trisomie 21?

„Dickere“ Nackenfalte bei einer Nackenfaltenmessung besagt nun also, das die Flüssigkeitsansammlung (Lymphgefäße) eben mehr oder weniger ist! Durchschnittlich misst man in dieser Schwangerschaftswoche bzw. in dem Zeitraum 2,5 – 3mm (auch hier variiert es wieder von Arzt zu Arzt) Kommt bei dieser Messung nun ein höherer Wert raus gilt die Nackenfalte als auffällig! Ein NT-Wert ab ca. 3,0 mm gilt als deutlich erhöht, ein Wert von ca. 6,0 mm gilt als stark erhöht

Ganz wichtig und selten erwähnt ist aber: Fast alle Kinder, bei denen dieser Grenzwert überschritten wird, haben trotz allem keine Chromosomenstörung! Es ist eher andersrum: In der Gruppe von Kindern mit vergrößerter Nackenfalte findet man lediglich relativ mehr Kinder mit Chromosomenstörungen als in der Gruppe mit normaler Nackenfaltendicke.

Laut Statistik werden bei dieser Messung 5% als auffällig eingestuft! Allerdings werden bei lediglich ca. 10 von 100 dieser 5% tatsächlich Fehlbildungen/Erkrankungen durch weiterführende Untersuchungen diagnostiziert!

Diagnose positiv oder negativ?

Eine endgültige Diagnose ist nur durch eine NT Messung nicht möglich, bei Auffälligkeiten wird (zu) oft zu weiterführender Diagnostik, z.B. in Form einer Fruchtwasseruntersuchung geraten, hierbei können wenige Anomalien/Syndrome ausgeschlossen oder tatsächlich diagnostiziert werden.

Alles in allem beruht diese Messung, ebenso wie der Triple Test auf Wahrscheinlichkeiten und Berechnungen.

Wichtige Faktoren die das Ergebnis positiv aber auch negativ beeinflussen können:

  • Ärzte müssen eine besondere Ausbildung zur Durchführung der Messung haben und eine bestimmte Anzahl entsprechender Untersuchungen (mindestens 80 bis 100) vorgenommen haben
  • Sie benötigen ein für die auf den Zehntelmillimeter genauen Messungen ausreichend auflösendes Ultraschallgerät.
  • Das Kind muss in der Seitenansicht mit Messansatz parallel zur Mittelachse, per Ultraschall dargestellt werden können
  • Idealerweise werden mehrere Messungen gemacht aus denen dann der Durchschnittswert genommen wird. Es wurde festgestellt das Ärzte mitunter verschiedenste Ergebnisse bekamen.

Es kommt häufiger vor, dass die Nackenhaut des Kindes mit dem Amnion (= der das Kind umgebende Fruchtwassersack) verwechselt und aufgrund dessen ein ungewöhnlich großes Nackenödem festgestellt wird, obwohl eigentlich keine besondere Ausprägung vorliegt.

Das die Nackentransparenz nicht immer so darstellbar ist wie nötig, wurde nun durch die in den USA durchgeführte FASTER – Studie („First and Second Trimester Evaluation of Risk“) belegt. In dieser Studie, an der mehr als 38.000 schwangere teilnahmen, konnten die Gynäkologen (aus 15 verschiedenen US-Zentren) in 4,5% der Fälle die Nackenfalte nicht darstellen. Bei weiteren 2,5% der Fälle wurden die Bilder vom Prüfkomitee abgelehnt.

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